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Müssen Online-Händler bereits ausgepackte Matratzen zurücknehmen?

Verapur MatratzenWer ein neues Bett kauft, der benötigt in der Regel auch eine neue Matratze. Ansprechende und vor allem auch preiswerte Angebote findet man oftmals im Internet. Hat man sich für ein Modell entschieden, so erwartet man dieses sehnsüchtig. Leider ist bei einer online Bestellung probeliegen nicht möglich. Somit findet der erste Kontakt mit der neuen Matratze oftmals erst zuhause statt. Doch wie verhält man sich richtig, wenn man feststellt, dass die neue Matratze nicht den gewünschten Vorstellungen entspricht? Ist es möglich, diese umzutauschen, auch wenn man sie bereits ausgepackt hat? Damit Sie in einem solchen Fall nicht unwissend dastehen ist es wichtig sich zu informieren.

Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) Karlsruhe

Müssen Online-Händler bereits ausgepackte Matratzen zurücknehmenDa die Frage, ob man eine solche Matratze umtauschen darf, dem BGH zu komplex war, wendete sich dieser an den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Dieser sprach sein Urteil im März 2019, welches der BGH in Karlsruhe übernahm. Die Entscheidung fiel zu Gunsten des Verbrauchers aus. Wer eine Matratze im Internet kauft und die vorhandene Schutzfolie entfernt, der hat dennoch das Recht diese innerhalb einer Frist von 14 Tagen umzutauschen. Der Kunde muss nicht mal Gründe für seinen Umtausch angeben.

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Doch warum hat der Bundesgerichtshof so entschieden? Der Beweggrund lag darin, dass für Matratzen nichts anderes gelte als für Kleidungsstücke, welche man online kaufen kann. Diese werden ebenfalls erstmalig zuhause anprobiert und haben dann Kontakt zum Körper. Der BGH ist der Meinung, dass ein jeder Händler, welcher Matratzen verkauft, auch in der Lage sein muss, diese professionell zu reinigen. Somit besteht immer die Möglichkeit die Matratze weiterzuverkaufen.

Worum ging es genau im Urteil des BGH?

Ein Privatkäufer bestellte im Jahr 2014 eine neue Matratze im Internet. Diese war bei Erhalt mit einer Schutzfolie versehen, welche der Käufer entfernte. Jedoch stellte er einige Tage später fest, dass dieses Modell keinesfalls seinen Vorstellungen entsprach. Er bat den Verkäufer die Matratze abholen zu lassen. Der Online-Händler reagierte auf diese Aufforderung jedoch nicht und kam dieser somit nicht nach. Somit entschied sich der Verbraucher dafür die Matratze vorab auf eigene Kosten an den Händler zurückzusenden. Die Ausgaben für die Rücksendung stellte dieser dem Verkäufer in Rechnung. Zudem forderte der Kunde die Rückerstattung des Kaufpreises der Matratze. Der Händler berief sich jedoch auf das Widerrufsrecht von 14 Tagen, welches der Verbraucher nicht eingehalten haben soll.

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Des Weiteren teilte der Händler mit, dass es sich bei dem Artikel um ein hygienisch einwandfreies Produkt gehandelt habe. Dieses könnte aus Gründen des Gesundheitsschutzes nach Entfernung der Schutzfolie nicht weiterverkauft werden.

Der Käufer klagte den Kaufpreis beim Bundesgerichtshof ein und in den Vorinstanzen erhielt der Online-Händler Recht. Die Klage des Verbrauchers war erfolglos. Doch der Besteller gab nicht auf, da er sich seiner Meinung nach im Recht befand und ging in Berufung. Daraufhin wendete sich der BGH an den EuGH, welcher seine Entscheidung zugunsten des Verbrauchers traf. Der BGH teilte nun die Meinung des EuGH und schloss sich diesem im Wiederaufnahmeverfahren an.

Vor- und Nachteile beim Kauf von Matratzen im Internet

  • oftmals preiswerter als bei einem Fachhändler vor Ort
  • Lieferung bis ins Haus
  • Umtausch trotz Entfernung der Schutzfolie gegeben
  • kein direkter Händler-Kontakt möglich
  • kein Ausprobieren der Matratze vor dem Kauf möglich

Wann kann der Online-Händler die Rückgabe verweigern?

Selbstverständlich sollte jedem Verbraucher klar sein, dass der Händler keinesfalls immer verpflichtet ist eine Matratze zurückzunehmen. Ein Verkäufer freut sich, wenn er den Artikel original verpackt zurückerhält, jedoch ist dies nicht zwingend erforderlich. Allerdings sollte man bei Umtausch stets auf die Widerrufsfrist achten. Der Widerruf sollte im besten Fall innerhalb von 14 Tagen stattfinden. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass die Matratze in einwandfreiem Zustand ist. Gebrauchsspuren in Form von Flecken oder sogar Rissen muss der Verkäufer nicht hinnehmen. Ebenfalls ist darauf zu achten, dass für die Rücksendekosten nicht immer der Händler aufkommt, dies gilt es in den AGB des jeweiligen Verkäufers nachzulesen. Jedoch kann man in den meisten Fällen davon ausgehen, dass Online-Händler die Rücksendekosten ab einem Wert von 40,00 Euro übernehmen.

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Unser Tipp: Einige Verkäufer gewähren ihren Kunden eine sogenannte Probeschlafgarantie, welche unterschiedlich ausfallen kann. In der Regel handelt es sich um 100 Tage. Dies gilt es jedoch vor dem Kauf bei dem Händler zu erfragen. Hier spielt die Serviceleistung des Händlers eine große Rolle.

Fazit

Wer seine Matratze im Internet kauft und diese nach Entfernung der Schutzfolie an den Händler zurückgeben möchte, der kann dies ohne Angabe von Gründen machen. Ein Rückversand sollte innerhalb von 14 Tagen stattfinden. Hier gilt das Gleiche wie bei Bestellungen von Kleidungsstücken online. Dies hat der BGH Karlsruhe in einem Gerichtsurteil im März 2019 entschieden. Jedoch gibt es Ausnahmen, wenn man die Rückgabefrist erheblich überschreitet und wenn die Matratze beschädigt ist. In einem solchen Fall muss der Händler den Artikel nicht zurücknehmen.

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